Antwort von Prof. Dr. Schnabl auf mein YouTube: XXL-Schulden - FLUCHT in Immobilien?
- Richard Nitzsche
- 24. März
- 2 Min. Lesezeit
Wie werden sich die gewaltigen neuen Schuldenpakete auf die deutsche Wirtschaft und den Immobilienmarkt auswirken - das ist eine Frage, die Menschen gerade offensichtlich stark beschäftigt. In meinem Format "Immobilienwoche" hatte ich in der 12. Kalenderwoche einen Beitrag der Bildzeitung besprochen. Das Video wurde tausendfach geklickt - eine Indikation, dass das Thema den Menschen gerade am Herzen liegt und sie beschäftigt.
Die BILD hatte Top-Ökonom Prof. Dr. Schnabl befragt. Ich hatte beim Lesen des Artikels meinerseits etliche Fragen, insbesondere zur These, dass die Immobilienpreise stark steigen könnten. Die Bild titelte eingängilich mit "IMMOBILIEN-BEBEN".

Nachdem ich mich, wie Sie wissen, für einen offenen Diskurs einsetze, hatte ich meinen Beitrag an Prof. Dr. Schnabl geschickt und ihn um sein Statement gebeten; für das ich mich an dieser Stelle sehr bedanke und das ich mit Ihnen teilen möchte:
Lieber Herr Nitzsche, vielen Dank für Ihre Nachricht. Vielen Dank auch, dass Sie sich mit meinen Gedanken zu den Immobilienmärkten auseinandersgesetzt haben.
Ich habe Ihren Beitrag mit sehr viel Gewinn angesehen. Er ist sehr gut gemacht.
Sie haben ohne Zweifel recht, dass jede Aussage über die Zukunft mit Unsicherheit behaftet ist. Deshalb nutze ich den Konjunktiv.
Ich kann auch nachvollziehen, dass Inflation und Reichensteuer die Unsicherheit erhöhen und deshalb die Nachfrage nach Immobilien zurückgehen könnte (so dass die Preise fallen).
Allerdings bringen zentralbankfinanzierte staatliche Ausgabenprogramme sehr viel Geld in den Umlauf, das entweder konsumiert oder angelegt werden muss. Dann ist sowohl denkbar, dass die Verbraucherpreise oder auch die Immobilienpreise steigen. (Oder beides). Daraus resultierende Preisanstiegserwartungen bei Immobilien würden auch dazu führen, dass sich das Angebot verknappt. Grundsätzlich kann ich mir schwer vorstellen, dass beispielsweise ein Brot eine Million Euro kosten würde und eine Eigentumswohnung ebenso viel. Es würde ja immer noch Arbitrage gelten.
Schließlich würde ich den Vertrauensverlust in eine Währung nicht als Entweder-Oder-Ereignis ansehen. Ein Vertrauensverlust kommt nach meinem Verständnis schleichend und kann sich beschleunigen. In einigen Fällen in der Geschichte sind sich beschleunigende inflationäre Prozesse außer Kontrolle geraten (z.B. die deutsche Hyperinflation der frühen 1920er Jahre), in vielen Fällen auch nicht.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.
Mit besten Grüßen Gunther Schnabl
Zur Antwort von Prof. Dr. Schnabl habe ich ebenfalls einen Betrag aufgenommen.
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